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Erlebnispfad Pulheimer Bach

Wie viele Tritte?

Wie viel Tritte

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Wie viel Tritte verträgt eine Aue?

 

Auen sind die natürlichen Überschwemmungsgebiete von Bächen und Flüssen. Der dynamische Wechsel zwischen niederer und hoher Wasserführung schafft ständig neue Lebensräume für Pioniere unter den Pflanzen und Tieren. Durch die unterschiedlichsten Standortbedingungen beherbergen Auenökosysteme eine große Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf engstem Raum. Die meisten Pflanzen in dem wechselfeuchten Milieu sind sehr trittempfindlich, der feuchte Boden gibt nach, wird ausgequetscht und nach wenigen Sonnentagen knochenhart. Damit ist die Frage eigentlich beantwortet.

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Renaturierter Bachabschnitt unterhalb Glessen; Bildmitte oben: Graureiher; Aufnahme vom 17. Oktober 2011

 

Der Pulheimer Bach erhielt unterhalb Glessen ein Stück Fläche zurück, das zur Aue werden soll. Keine Betonschalen, die Veränderungen im Bachbett verhindern. Keine seitlichen Begrenzungen, die das Ausufern erschweren. Für Anwohner und Besucher wurde der Bach wieder erlebbar.

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Renaturierter Bachabschnitt unterhalb Glessen; Aufnahme vom 19. März 2012

 

Allerdings gibt es auch keine Begrenzungen für, im wahrsten Sinne des Wortes, belastenden Besuch. Die Folgen sind auffällig: Die Standorte von Bachbunge und anderen am und im Wasser lebenden Pflanzen sind zertreten.

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Renaturierter Bachabschnitt unterhalb Glessen; Aufnahme vom 19. März 2012

Je schwerer die Besucher sind, desto markanter sind die Spuren.

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Renaturierter Bachabschnitt unterhalb Glessen; Aufnahme vom 19. März 2012

Die natürliche Düngung einer Aue erfolgt vor allem durch das Fließgewässer. Die Hinterlassenschaft von Pferden und Hunden erschwert die Entstehung einer auentypischen Vegetation.

Trauriges Fazit: Eine auentypische Dynamik ist nur bedingt möglich. Durch den Besuch vieler Menschen, die sich an der Naturnähe erfreuen, wird gerade das zerstört, was Freude macht. Um dem Bach eine Chance zu geben, sich eine Aue in ihrer Vielfalt zu schaffen und um den Besucherinnen und Besuchern das Naturerlebnis zu erhalten, wird ein Teil der Aue mit Betretungsverbot belegt werden müssen.

Aber das ist oft so, wenn nicht bewusst gegengesteuert wird: Man zerstört, was fasziniert, weil man es konsumiert und es dabei verbraucht.

Interessante Links:

http://www.naturefund.de/erde/aktuell/nachricht/article/die-bachaue.html

http://www.schule-der-zukunft.nrw.de/page/var/www/kampagne/stb/stb.php?art=schuki&part=3&id=772

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